Madhyamaka:
der Große Mittlere Weg; die höchste philosophische
Schule im Buddhismus, wie sie von dem indischen Meister Nagarjuna
als Gründer dieser Schule sowie späteren Meistern auf
der Grundlage der Weisheitslehren Buddhas dargelegt wurde.
Mahamudra
(tib.: chag chen), wörtl. das Große Siegel:
Ausdruck für die höchste Form der Meditation im Diamantweg
und besonders in der Kagyü-Tradition.
Es beinhaltet Grundlage, Weg und Ziel und ist die Quintessenz
aller buddhistischen Lehren.
Mahasiddhas
oder Siddhas: große verwirklichte Meister des Diamantwegs.
Traditionell wird eine Gruppe von 84 Mahasiddhas im alten Indien
genannt, die aus allen sozialen Schichten kamen und außergewöhnliche
Fähigkeiten entwickelten. Der wichtigste Meister unter ihnen
war Saraha.
Mahayana:
wörtl. das Große Fahrzeug. Seine Praktizierenden haben
den Wunsch entwickelt, die Erleuchtung zu erlangen, um alle fühlenden
Wesen vom Leid zu befreien. Er wird auch als Bodhisattva-Weg bezeichnet
und ist identisch mit dem Nördlichen Buddhismus. Seine Grundlage
ist die Entwicklung von überpersönlichem Mitgefühl
und allumfassender Weisheit.
Mandala:
Kraftkreis eines Buddha-Aspektes, auf den im Diamantweg
meditiert wird. Er enthält einen zentralen Aspekt und all
die anderen Aspekte, die diesem zugeordnet sind. Ein Mandala wird
als gemaltes Bild oder aus Sand gestreut dargestellt.
Mantra:
Silben oder Worte, gewöhnlich in Sanskrit, die den Geist
vor Störungen schützen und die innere und äußere
Wahrheit miteinander verbinden. Mantras beinhalten meistens den
Namen eines Buddhaaspektes und werden vielfach wiederholt, um
die entsprechende Qualität dieses Aspektes der Erleuchtung
zu entwickeln.
Maras, Vier:
die vier Hindernisse auf dem Weg zur Erleuchtung:
1. Devaputra-Mara das Anhaften an den Freuden des Götterbereichs
oder Schwelgen in angenehmen Sinneseindrücken,
2. Klesha-Mara Störgefühle
insgesamt,
3. Skandha-Mara die Vorstellung, dass die Bestandteile
der eigenen Person ein wirkliches Ich ausmachen, und
4. Mrtyupati-Mara den Tod für letztendlich wirklich
zu halten (und nicht zu erkennen, dass der Geist niemals sterben
kann, weil er kein Ding ist).
Meditation:
das praktische Mittel, um das eigene Potenzial zur Erleuchtung
zu erkennen. Durch Meditation wird vorher bloß Verstandenes
zur eigenen Erfahrung. Der Begriff "Meditation" bedeutet
"müheloses Verweilen in dem, was ist". Auf jeder
buddhistischen Ebene verwendet man dafür unterschiedliche
Mittel, die aber alle auf dem Beruhigen des Geistes und dem Entwickeln
von Einsicht beruhen. Im Diamantweg identifiziert man sich mit
Formen aus Energie und Licht als Ausdrucksformen der Erleuchtung.
Methode:
Aktivität der Bodhisattvas
zum Wohl der Wesen; die ersten fünf Paramitas,
immer in Vereinigung mit Weisheit.
Mitgefühl:
der Wunsch, dass alle fühlenden Wesen frei von Leid und den
Ursachen des Leids sein mögen.
Mudra:
Körperhaltung oder symbolische Geste eines Buddhaaspektes,
die meistens eine bestimmte Aktivität ausdrückt, die
mit der Erleuchtung verbunden ist. Z.B. bedeutet die Geste der
Freigebigkeit das Loslassen von Anhaftungen. Weitere Bedeutungen
des Begriffs sind "Siegel, Ausdrucksform" etc.
Nach-Meditation:
die Zeiten zwischen den Meditationssitzungen, also der Alltag
eines buddhistischen Praktizierenden.
Nalanda-Universität:
Sie wurde ungefähr im 2. Jh. n. Chr. in Nord-Indien in der
Nähe der Stadt Rajgir gegründet und diente mehr als
1.000 Jahre lang als Zentrum für den Erhalt und die Ausbreitung
des Mahayana-Buddhismus.
Natur
des Geistes: offene, klare Unbegrenztheit, die die Grundlage
aller Erscheinungen ist.
Nirmanakaya: siehe Ausstrahlungszustand eines Buddha.
Nirvana(tib.:
nga ngän lä dä pa): allgemein Befreiung vom Leiden
im Kreislauf
der Existenz (einseitiges Nirvana), spez. im Mahayana
der Zustand vollkommener
Buddhaschaft (Parinirvana).
Nyingma-Tradition:
die älteste der vier Haupttraditionen des Tibetischen Buddhismus.
Sie wurde von dem indischen Meister Padmasambhava im 8. Jh. begründet.
Man unterscheidet zwischen der Kama-Tradition, der Schule der
direkten Übertragung von Lehrer zu Schüler, und der
Terma-Tradition, der Übertragung der versteckten Schätze,
die später wieder entdeckt und veröffentlicht wurden.
Padmasambhava(tib.:
Guru Rinpoche): Begründer des Tibetischen
Buddhismus, speziell der Nyingma-Tradition.
Paramitas:
wörtl. Vollkommenheiten, befreiende Handlungen eines Bodhisattvas,
Vollendung der Qualitäten auf den Bodhisattva-Stufen.
Meistens werden die folgenden sechs genannt: Freigebigkeit, richtiges
Verhalten, Geduld, Fleiß, meditative Konzentration und Weisheit.
Parinirvana:
Zustand jenseits von Samsara und (einseitigem) Nirvana,
anderer Ausdruck für den Tod eines Buddhas.
Philosophische Schulen, Vier:
Die richtige Sichtweise oder philosophische Grundlage für
die Meditationspraxis drückt sich in vier Lehrmeinungen aus,
die von den Nachfolgern Buddhas entwickelt wurden. Sie entsprechen
dem jeweils höchsten Verständnis, das sie von seiner
Lehre entwickeln konnten. Zwei gehören zum Theravada,
die Vaibhashika- und die Sautrantika-Schule, zwei zum Mahayana,
die Chittamatra- und die Madhyamaka-Schule.
Phowa:
Bewusstes Sterben, Übertragung des Bewusstseins in ein so
genanntes Reines
Land, meistens in das Reine Land der Großen Freude
(tib.: dewa chen) des "Buddhas des grenzenlosen Lichtes"
(skt.: Amitabha).
Potala:
Reines Land
oder Kraftfeld
des Bodhisattvas
"Liebevolle Augen" (skt.: Avalokiteshvara, tib.: Chenrezig)
und nach diesem benannter Regierungspalast in Tibets Hauptstadt
Lhasa.
Prajnaparamita:
die Perfektion der Weisheit. Weisheitslehren Buddhas, die den
stufenweisen Weg von Verständnis, Erfahrung und Verwirklichung
zeigen. Sie haben zu einer ganzen Literaturgattung innerhalb des
Buddhismus geführt, deren kürzeste Fassung das so genannte
Herz-Sutra ist. Ebenso gibt es einen weiblichen Buddhaaspekt mit
dem Namen Prajnaparamita.
Qualitätendes
Geistes: nicht bedingte Eigenschaften des Geistes wie
Furchtlosigkeit, Freude, Weisheit, Liebe etc., die unser zeitloses
Wesen sind und durch Meditation
verwirklicht werden.
Reine Sichtweise:
grundlegende Sichtweise im Diamantweg,
bei der man sich darin übt, die Welt aus der Sicht eines
Buddhas zu erleben.
Reines
Land: 1. das Kraftfeld eines Buddhas
oder Bodhisattvas;
2. ein freudvoller, reiner Geisteszustand nahe an der Erleuchtung.
Reinigungsmeditation:
Allgemein reinigt jede buddhistische Meditation
negative Tendenzen, aber speziell der Buddhaaspekt "Diamantgeist"
drückt die reinigende Kraft aller Buddhas aus.
Rinpoche:
wörtl. der Kostbare; Ehrentitel für einen verwirklichten
Lehrer, speziell für einen bewusst wiedergeborenen Lama.
Rollbild
(tib.: thangka): auf rollbarer Leinwand gemaltes Bild,
das gewöhnlich einen oder mehrere Buddha-Aspekte darstellt.
Es wird als Stütze für die Vergegenwärtigung
von Buddha-Aspekten im Diamantweg
verwendet.
Sakya-Tradition:
eine der vier Hauptschulen des Tibetischen Buddhismus, gegründet
von Khön Könchok Gyalpo im 11. Jh. Hier wird sowohl
Gewicht auf die Gelehrsamkeit als auch auf die Meditationspraxis
gelegt. Ihre besondere Lehre ist das Hevajra-Tantra und in Verbindung
damit eine spezielle Form des Weges namens »Pfad und Frucht«
(tib.: lam dre). Oberhaupt ist S.H. Sakya Trizin Rinpoche. Die
Schule ist für die Reinheit ihrer Übertragung bekannt.
Samadhi:
meditativer Konzentrationszustand; kann sich sowohl auf einen
Geisteszustand innerhalb der bedingten Existenz als auch auf den
Bodhisattva-Stufen
beziehen.
Sambhogakaya:
siehe Freudenzustand eines Buddhas
Samsara:
siehe Kreislauf der Existenz.
Sangha:
Gemeinschaft der Praktizierenden der Lehre des Buddha; wird unterschieden
in die noch nicht verwirklichten und die bereits verwirklichten
Praktizierenden.
Schleier:
getäuschte oder fehlerhafte Funktionsweise des Geistes. Schleier
basieren auf Unwissenheit und bestehen aus den beiden Aspekten
der Störgefühle
und der fehlerhaften
Sichtweisen.
Schützer:
Buddhaaspekte, deren besondere Qualität darin besteht, Hindernisse
zu beseitigen und eine umfassende Aktivität zum Wohl der
Wesen auszuführen.
Skandhas: wörtl. Haufen, Ansammlungen, Gruppe; die Bestandteile
der Persönlichkeit. Das Festhalten an den fünf Ansammlungen
von Form, Gefühl, Unterscheidung, Geisteszuständen und
Bewusstsein als einer unabhängig existenten Einheit ist die
Grundlage der Ich-Illusion
und damit für alle Leiden im Kreislauf
der Existenz.
Speicherbewusstsein:
Funktionsweise des Geistes, positive, negative oder neutrale Eindrücke
zu speichern und beim Auftreten entsprechender Bedingungen wieder
heranreifen und sich nach außen manifestieren zu lassen;
vergleichbar mit der Festplatte eines Computers.
Störgefühle(skt.:
kleshas, tib.: nyön mong): auch "leidbringende Geisteszustände"
genannt, bestehen hauptsächlich aus Unwissenheit, Anhaftung,
Abneigung, Stolz, Geiz sowie Neid und Eifersucht. Zusammen mit
den negativen Handlungen bilden sie die Ursachen für alles
Leid im Kreislauf
der Existenz.
Stupa:
Monument für Glück und Frieden in der Welt, Symbol für
den Geist eines Buddhas und für die Gemeinschaft der Praktizierenden;
auch Reliquienbehälter. Wurde aus Anlass verschiedener Ereignisse
im Leben des historischen Buddha Shakyamuni gebaut.
Südlicher Buddhismus: siehe Theravada.
Sutra:
wörtl. Leitfaden; Ratschläge und Meditationsanweisungen
Buddhas, die mit einer genauen Untersuchung der Dinge arbeiten
und dadurch die Ursachen für die Erleuchtung aufbauen, im
Gegensatz zu Tantra.
In Beziehung dazu gibt es eine entsprechende buddhistische Literaturgattung
(Körbe,
Drei).
Tantra:
wörtl. Gewebe oder Kontinuum. Der Begriff weist auf die Komplexität
hin im Vergleich zum Leitfaden des Sutra.
Die Tantra-Texte beschreiben schnelle Meditationsmethoden, die
im Diamantweg genutzt werden. Sie arbeiten mit Identifikation
und richten sich auf die Frucht, auf die Qualitäten der Erleuchtung,
aus.
Tenjur:
Sammlung der ins Tibetische übersetzten Kommentare der indischen
Meister zu den direkten Lehren Buddhas, dem Kanjur,
die von dem großen Gelehrten Buton Rinchendrup (1290-1364)
und weiteren Meistern zusammengestellt wurde. Sie umfasst je nach
Ausgabe zwischen 225 und 254 Bänden.
Terma:
versteckter Schatz, von Padmasambhava und seiner tibetischen Gefährtin
Yeshe Tsogyal versteckte Lehren, die dadurch erhalten und von
späteren "Schatzfindern" wieder entdeckt wurden.
Sie machen einen großen Teil der Übertragung der Nyingma-Tradition
aus.
Thangka:
siehe Rollbild
Theravada:
die Tradition der Ordensälteren; eine der drei Haupttraditionen
des Buddhismus, identisch mit den Schulen des Südlichen Buddhismus.
Tibetischer Buddhismus:
eine der drei Haupttraditionen im Buddhismus neben Theravada
und Zen.
Wurde um 750 n. Chr. vom indischen Meister Padmasambhava
gegründet und enthält bis heute die einzig vollständige
Überlieferung von Buddhas Lehren mit Schwerpunkt auf dem
Diamantweg.
Tibetisches Totenbuch:
Lehre Buddhas über die Erfahrungen und die Befreiung von
Tod, Zwischenzustand und Wiedergeburt, verfasst von Padmasambhava,
dem Begründer des Tibetischen Buddhismus.
Tod: Auflösung
der materiellen Bestandteile der Person; Gelegenheit für
einen erfahrenen Meditierenden, die Natur des eigenen Geistes,
das Klare
Licht, zu erkennen und dadurch Befreiung zu erlangen.
Tulku:
wörtl. Illusionskörper; bewusste Wiedergeburt eines
verwirklichten Praktizierenden des Tibetischen Buddhismus (Inkarnation).
Übertragung:
Weitergabe der Verwirklichung von der Natur des Geistes. Eine
vollständige Übertragung im Diamantweg besteht aus einer
Einweihung
(tib.: wang), einer Übertragung durch Lesen (tib.: lung)
und einer Erklärung für die Meditationspraxis (tib.:
thri).
Unermessliche Qualitäten, Vier: 1. Liebe
ist der Wunsch, dass andere glücklich sind; 2. Mitgefühl
ist der Wunsch, dass andere frei von Leid sind; 3. Mitfreude ist
das sich Erfreuen an den positiven Handlungen anderer; 4. Gleichmut
bedeutet, frei von Anhaftung und Abneigung in einem ausgeglichenen
Geisteszustand zu bleiben.
Unwissenheit
(tib.: marigpa): Unkenntnis bezüglich der eigentlichen
Natur des Geistes und der Erscheinungen, die Wurzel des gesamten
Kreislaufs
der Existenz. Da eine Trennung zwischen innen und außen
erfahren wird, entsteht die Illusion eines Ichs
und unabhängig davon bestehender Phänomene, was mit
dem Erleben störender
Gefühle und entsprechender Handlungen verbunden
ist.
Ushnisha:
Erhöhung auf dem Kopf eines Buddhas, eines der 32 Hauptmerkmale
eines Buddhas.
Vajra (tib.:
dorje): wörtl. "Herr der Steine", "Diamant"
oder "Diamantzepter":
Aus der Hindu-Mythologie stammendes Symbol für Unzerstörbarkeit
und Unüberwindlichkeit. Der Diamant drückt im Diamantweg
die Unzerstörbarkeit des Geistes aus sowie seine überragenden
Qualitäten von Freude und Mitgefühl. Steht zusammen
mit einer Glocke für die Untrennbarkeit von Methode und Weisheit,
Freude und Raum.
Vajrayana
(tib.: dorje thegpa): Diamantweg, identisch mit dem Tibetischen
Buddhismus und mit dem Tantra- oder Mantra-Fahrzeug;
unterscheidet sich vom allgemeinen
Großen Fahrzeug
vor allem durch die kraftvollen Methoden der Identifikation mit
Erleuchtung.
Vergegenwärtigung:
Vorstellung einer Meditationsform, besonders eines Buddhaaspektes,
als Ausdruck für die erleuchteten Qualitäten des Geistes.
Verwirklicher(in):
Praktizierende(r) des Diamantweges
(Yogi).
Versenkungoder
Vertiefung (skt.: samadhi): tiefer Konzentrationszustand
in der Meditation.
Verwirklichung:
Erkenntnis der Natur des Geistes, die nicht wieder durch Unwissenheit
verdunkelt werden kann.
Vinaya:
Regeln für positives Verhalten und Ratschläge für
das Zusammenleben in der Gemeinschaft der Praktizierenden
(Sangha). Teil der Körbe,
Drei.
Vollendungsphase: (tib.: dzog rim): Meditationsphase der Verschmelzung
mit einem Buddha-Aspekt im Diamantweg; direkte Meditation auf
die Natur des Geistes zur Erlangung tiefer Einsicht.
Wahrheit,
relative und absolute: Relative Wahrheit bedeutet, im
konventionellen Sinn die Dinge richtig wahrzunehmen, sie aber
nicht weiter auf ihre eigentliche Natur hin zu untersuchen. Absolute
Wahrheit bedeutet, die Natur der Dinge als die Einheit von Erscheinung
und Raum zu erkennen.
Wahrheitszustand(skt.:
dharmakaya, tib.: tschö ku), wörtl. Körper der
Phänomene: einer der drei Zustände eines Buddhas.
Erleuchteter Geisteszustand, der die Natur aller Dinge erkannt
hat, identisch mit der Raum-Natur des Geistes. Grundlage für
den Freudenzustand
und den Ausstrahlungszustand
eines Buddhas.
Wahrnehmungslehre: siehe
Erkenntnislehre
Weisheit:
auf allgemeiner Ebene ein Verständnis von Zusammenhängen,
auf befreiter und erleuchteter Ebene ein vollkommenes Unterscheiden
der Natur der Phänomene sowie ihrer Erscheinungsweise.
Weltzeitalter: siehe
Kalpa
Wiedergeburt:
neue Verkörperung im nachfolgenden Leben, folgt im Normalfall
unfreiwillig den stärksten Gewohnheitstendenzen des letzten
Lebens. Eine Wiedergeburt kann aber auch bewusst auf der Grundlage
von guten Wünschen zum Wohl der Wesen geschehen, wenn die
Natur des Geistes weitgehend erkannt wurde.
Wünsche:
Praxis eines Bodhisattvas,
die seiner Einstellung Ausdruck verleiht, die Erleuchtung zum
Wohl aller Wesen zu erlangen und alles, was auf diesem Weg geschieht,
dem Wohl der Wesen zu widmen. Dies wiederum gibt seinen Handlungen
große Kraft.
Wurzeln, Drei: Der Lama
ist die Wurzel des Segens, die Yidams oder Buddha-Aspekte sind
die Wurzel für die Verwirklichung der gewöhnlichen und
außergewöhnlichen Fähigkeiten, und die Schützer
sind die Wurzel für die perfekte Aktivität zum Wohl
der Wesen (Zuflucht).
Yidam: persönlicher Meditationsaspekt; derjenige Buddhaaspekt,
mit dem man die engste Verbindung hat und dessen Praxis daher
die schnellste Methode zum Erlangen der Erleuchtung darstellt.
Yogi, weibliche
Form Yogini: traditioneller Begriff für Verwirklicher(in),
Praktizierende(r) des Diamantwegs.
Zen-Buddhismus:
eine der drei Haupttraditionen im Buddhismus. Wurde im Jahr 520
n. Chr. unter dem Namen Chan von dem indischen Meister Bodhidharma
in China gegründet und breitete sich später nach Japan
und in viele andere asiatische Länder aus. Legt den Schwerpunkt
auf die Meditationspraxis, häufig auf der Grundlage eines
einzelnen Sutras oder Tantras des Buddha.
Zuflucht:
wörtl. Schutz vor Leid; Eintritt in den buddhistischen Weg
durch Ausrichtung auf die Ausdrucksformen der Erleuchtung. Besteht
allgemein im Buddhismus aus den Drei Juwelen, sowie im Tibetischen
Buddhismus zusätzlich aus den Drei Wurzeln; wird durch weitere
Praxis vertieft.
Zwischenzustand(tib.:
bardo): allgemein verschiedene Zustände des Bewusstseinsstroms;
im speziellen Sprachgebrauch der Übergang zwischen Tod und
Wiedergeburt; dauert meistens 49 Tage und wird ausführlich
im Tibetischen Totenbuch
beschrieben.
Zwölf Glieder des Abhängigen
Entstehens (tib.: ten drel tschu nyi): Kette von Ursache
und Wirkung, die immer wieder zu einer Geburt im Kreislauf
der Existenz führt:
1. Unwissenheit,
2. karmische Tendenzen,
3. Bewusstsein,
4. Name und Form,
5. Sinnesursprünge,
6. Kontakt, 7. Gefühl,
8. Verlangen,
9. Ergreifen,
10. Werden,
11. Geburt,
12. Alter und Tod.
Sie lassen sich sowohl auf unsere gesamte Existenz als auch auf
eine einzelne Handlung beziehen.